Sommerbiene vs. Winterbiene / Summer Bees vs. Winter Bees

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Warum Bienen sich an die Jahreszeiten anpassen

Bienen sind faszinierende Insekten, die ihr Leben perfekt an die Natur anpassen. Im Bienenvolk (Apis mellifera) unterscheiden wir zwischen Sommerbienen und Winterbienen – nicht weil es sich um verschiedene Arten handelt, sondern weil diese Arbeiterinnen je nach Jahreszeit unterschiedliche Rollen und Eigenschaften entwickeln. Diese Unterscheidung ist entscheidend für das Überleben des gesamten Volkes: Im Sommer geht es um Wachstum und Vorratssammlung, im Winter um reines Überdauern. Ohne diese Anpassung würde das Volk in der Kälte untergehen. Aber worin unterscheiden sie sich denn genau?

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Sind Sommerbienen und Winterbienen wirklich unterschiedliche Bienen?

Nein, es handelt sich um dieselben weiblichen Arbeiterinnen-Bienen. Der Unterschied entsteht durch den Zeitpunkt ihres Schlüpfens und die Bedürfnisse des Volkes. Sommerbienen entstehen im Frühling und Sommer, wenn das Volk expandiert. Winterbienen werden im Spätsommer oder Herbst geboren, speziell für die kalte Jahreszeit vorbereitet. Physiologisch sind Winterbienen robuster: Sie bauen ein Fett-Eiweiß-Polster auf und altern langsamer, um das Volk durch den Winter zu bringen. Alte Sommerbienen sterben oft vor dem Winter ab, da sie "verbraucht" sind, wir Imker sprechen oft, dass sie aufgearbeitet sind.

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Lebensdauer: Kurzes Feuerwerk vs. langes Durchhalten

  • Sommerbienen: Leben typischerweise nur 4–6 Wochen (ca. 35–42 Tage). Ihr Leben ist intensiv und kräftezehrend durch ständige Flüge und Arbeit.
  • Winterbienen: Halten 4–7 Monate durch, manchmal länger. Das ist bis zu zehnmal so lang wie bei Sommerbienen!

Warum leben Winterbienen länger?

Es liegt an ihrer Biologie: Sie produzieren mehr Vitellogenin, ein Protein, das als Antioxidans wirkt, die Immunität stärkt und das Altern verzögert. Zudem haben sie größere Fettkörper für Energiereserven, ernähren sich von nährstoffreichem Pollen im Herbst und haben ein niedrigeres Juvenile Hormone (JH)-Level, das bei Sommerbienen den Alterungsprozess beschleunigt. Weniger Flugaktivität und Stress im Winter helfen ebenfalls – sie "ruhen" mehr, statt sich abzuarbeiten.

Aufgaben: Sammeln im Sommer, Überleben im Winter

Die Aufgaben passen sich den Jahreszeiten an:

  • Sommerbienen: Teilen ihr Leben in Innendienst (erste 3 Wochen: Brutpflege, Stock putzen, Larven füttern, Waben bauen) und Außendienst (danach: Nektar, Pollen, Wasser und Harz sammeln). Sie sorgen für Wachstum und Vorräte.
  • Winterbienen: Haben nur eine Phase – das Überwintern. Sie bilden eine "Wintertraube", in der sie durch Muskelvibration Wärme erzeugen (bis 35°C im Kern), die Königin schützen und minimale Brutpflege leisten. Kein Sammeln, stattdessen Energiesparen und Kotansammlung in der Blase bis zum ersten Ausflug.

Chemische Trigger: Wann wechselt das Volk?

Der Wechsel wird durch Umweltfaktoren und Hormone gesteuert:

  • Von Sommer- zu Winterbienen (Herbst): Trigger durch Nektar- und Pollenmangel (Dearth), kürzere Tage (Photoperiode), fallende Temperaturen und Pheromone. Die Larven erhalten nährstoffreichen Pollen, was Vitellogenin-Produktion ankurbelt und JH senkt. Das signalisiert: "Zeit für Langlebigkeit!"
  • Von Winter- zu Sommerbienen (Frühling): Steigender Pollen- und Nektarzufluss, längere Tage und wärmere Temperaturen regen die Königin zur Eiablage an. JH steigt, Vitellogenin sinkt – das Volk wechselt zu kurzlebigen, aktiven Bienen.

Volksstärke, Drohnen, Königin und Arbeiterinnen

  • Volksstärke: Im Sommer boomt das Volk mit 40.000–80.000 Bienen für maximale Produktivität. Im Winter schrumpft es auf 10.000–15.000, um Ressourcen zu sparen.
  • Drohnen (männliche Bienen): Nur im Sommer präsent (500–1.000), Aufgabe: Paarung mit neuen Königinnen. Sie sterben nach der Paarung oder werden im Herbst vertrieben ("Drohnenschlacht"), da sie im Winter nutzlos sind und Ressourcen verbrauchen.
  • Königin: Lebt 3–5 Jahre, legt bis 2.000 Eier täglich im Sommer (für Wachstum), reduziert im Winter. Produziert Pheromone für Harmonie. Im Sommer: Hohe Eiablage; im Winter: Überleben im Traubenkern.
  • Arbeiterinnen: Machen 99% des Volkes aus. Im Sommer: Sammeln und Brutpflege; im Winter: Wärme und Schutz (siehe Aufgaben oben).

Was sollte ein Imker beachten?

Als Imker bist du der Wächter des Volkes – hier meine Tipps für beide Jahreszeiten:

  • Wintervorbereitung: Stelle ausreichend Futter (Honig, Sirup) sicher, kontrolliere auf Varroa-Milben (die Winterbienen schwächen), isoliere den Stock gegen Kälte und Zugluft. Achte auf ein starkes Volk vor dem Winter (genügend Winterbienen) - dies kann durch junge Königinnen am besten garantiert werden.
  • Frühling/Sommer: Überwache Schwarmneigung (bei hoher Volksstärke), wechsle die Königin alle 2 Jahre für Vitalität, sorge für Wasser und schütze vor Krankheiten. Im Herbst: Varroa-Behandlung, damit Winterbienen gesund bleiben.
  • Allgemein: Beobachte Trigger wie Pollenzufluss und Temperatur, um den Wechsel zu antizipieren. Gesunde Winterbienen sind der Schlüssel für einen starken Start ins neue Jahr!

Die Magie der Bienen

Sommerbienen und Winterbienen zeigen, wie genial die Natur ist – ein perfektes Team für das ganze Jahr. Ohne ihre Anpassungen gäbe es keine Honigbienen mehr. Als Imker oder Naturliebhaber respektiere ich diese Zyklen und unterstütze die Bienen dabei!

Bleibt BeeSmart



English

Why bees adapt to the seasons

Bees are fascinating insects that adapt their lives perfectly to nature. In the bee colony (Apis melliferaa), we distinguish between summer bees and winter bees – not because they are different species, but because these workers develop different roles and characteristics depending on the season. This distinction is crucial for the survival of the entire colony: in summer, the focus is on growth and gathering supplies, while in winter it is purely on survival. Without this adaptation, the colony would perish in the cold. But how exactly do they differ?

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Are summer bees and winter bees really different bees?

No, they are the same female worker bees. The difference arises from the time of their hatching and the needs of the colony. Summer bees are born in spring and summer when the colony is expanding. Winter bees are born in late summer or autumn, specially prepared for the cold season. Physiologically, winter bees are more robust: they build up a fat and protein reserve and age more slowly in order to get the colony through the winter. Old summer bees often die before winter because they are ‘worn out’; we beekeepers often say that they are ‘used up’.

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Lifespan: Short bursts of energy vs. long endurance

  • Summer bees: Typically live only 4–6 weeks (approx. 35–42 days). Their lives are intense and exhausting due to constant flying and working.
  • Winter bees: Last 4–7 months, sometimes longer. That's up to ten times longer than summer bees!

Why do winter bees live longer?

It's because of their biology: they produce more vitellogenin, a protein that acts as an antioxidant, boosts immunity and delays ageing. They also have larger fat bodies for energy reserves, feed on nutrient-rich pollen in autumn and have lower juvenile hormone (JH) levels, which accelerate the ageing process in summer bees. Less flying activity and stress in winter also help – they ‘rest’ more instead of working themselves to exhaustion.

Tasks: Collecting in summer, surviving in winter

Their tasks vary according to the seasons:

  • Summer bees: Divide their lives between indoor work (first 3 weeks: brood care, cleaning the hive, feeding larvae, building honeycombs) and outdoor work (after that: collecting nectar, pollen, water and resin). They ensure growth and supplies.
  • Winter bees: Only have one phase – hibernation. They form a ‘winter cluster’ in which they generate heat through muscle vibration (up to 35°C at the core), protect the queen and provide minimal brood care. No gathering, instead they conserve energy and collect faeces in their bladders until their first flight.

Chemical triggers: When does the colony change?

The change is controlled by environmental factors and hormones:

  • From summer to winter bees (autumn): Triggered by a lack of nectar and pollen (dearth), shorter days (photoperiod), falling temperatures and pheromones. The larvae receive nutrient-rich pollen, which stimulates vitellogenin production and lowers JH. This signals: ‘Time for longevity!’
  • From winter to summer bees (spring): Increasing pollen and nectar flow, longer days and warmer temperatures stimulate the queen to lay eggs. JH increases, vitellogenin decreases – the colony changes to short-lived, active bees.

Colony strength, drones, queen and workers

  • Colony strength: In summer, the colony booms with 40,000–80,000 bees for maximum productivity. In winter, it shrinks to 10,000–15,000 to conserve resources.
  • Drones (male bees): Only present in summer (500–1,000), task: mating with new queens. They die after mating or are driven away in autumn (‘drone slaughter’) because they are useless in winter and consume resources.
  • Queen: Lives 3–5 years, lays up to 2,000 eggs daily in summer (for growth), reduces in winter. Produces pheromones for harmony. In summer: high egg laying; in winter: survival in the grape seed.
  • Workers: Make up 99% of the colony. In summer: foraging and brood care; in winter: warmth and protection (see tasks above).

What should a beekeeper bear in mind?

As a beekeeper, you are the guardian of the colony – here are my tips for both seasons:

  • Winter preparation: Ensure there is sufficient food (honey, syrup), check for Varroa mites (which weaken winter bees), insulate the hive against cold and draughts. Ensure you have a strong colony before winter (enough winter bees) – this is best guaranteed by young queens.
  • Spring/summer: Monitor swarming tendencies (in strong colonies), replace the queen every 2 years for vitality, provide water and protect against disease. In autumn: treat for Varroa mites to keep winter bees healthy.
  • General: Watch for triggers such as pollen flow and temperature to anticipate the change. Healthy winter bees are the key to a strong start to the new year!

The magic of bees

Summer bees and winter bees show how ingenious nature is – a perfect team for the whole year. Without their adaptations, there would be no more honey bees. As a beekeeper and nature lover, I respect these cycles and support the bees in this!

Stay BeeSmart


Quellen/Sources:

·inDeutsch D-A-CH·by
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